Inhaltsstoffe von Mistelextrakten

Mistelpräparate sind Gesamtextrakte und werden aus den Blättern, Stängeln und Beeren der Mistelpflanze hergestellt. Sie enthalten ein Gemisch aus zahlreichen verschiedenen Inhaltsstoffen. Am bekanntesten sind die mistelspezifischen Komponenten wie Mistellektine und Viscotoxine. Darüber hinaus enthalten Mistelextrakte eine Vielzahl von Enzymen, Zucker-, Eiweiß- und schwefelhaltige Verbindungen, Fette sowie Pflanzenfarbstoffe (Flavonoide).

Welche Reaktionen die einzelnen Inhaltsstoffe im Körper auslösen und wie die Substanzen miteinander in Wechselwirkung stehen, ist noch nicht vollständig erforscht. Am besten untersucht sind die Wirkungen der Mistellektine und Viscotoxine. In der Zellkultur hemmen Mistellektine das Wachstum von Krebszellen (zytostatische Wirkung),. Gleichzeitig beeinflussen sie das Immunsystem, indem sie die Anzahl der Immunzellen erhöhen und deren Aktivität steigern. Viscotoxine haben „zytolytische“ Eigenschaften, das heißt, sie lösen die Zellwände der Krebszelle auf.

Ein Mistelstrauch enthält nicht alle Inhaltsstoffe in gleichbleibender Zusammensetzung, ihre Konzentrationen schwanken im Jahresverlauf. Im Sommer. enthält die Pflanze z. B. mehr Viscotoxine, im Winter mehr Lektine. Deshalb bestehen anthroposophische Mistelextrakte aus einer Mischung aus Sommer- und Winterernte. Auch wird darauf geachtet, auf welchem Wirtsbaum die Pflanze wächst. Das lässt sich an den Präparatenamen erkennen: Die Bezeichnung P steht hier für Pini – die Kiefernmistel, M für Mali – die Apfelbaummistel, Qu für Quercus – die Eichenmistel, um nur die wichtigsten zu nennen.

 

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