Ita Wegman

Eine Frau mit einer klaren Vision

Ita Wegman brachte Weleda und den damit verbundenen Bestrebungen viele Qualitäten. Sie war eine Person von außerordentlicher Energie und Durchsetzungskraft. Mit einem großen Talent für die praktische Umsetzung der Theorie war sie oft der letzte Schiedsrichter in finanziellen Angelegenheiten.

Sie gründete die Klinik in Arlesheim und das Klinisch-therapeutische Institut, das später in Weleda umbenannt wurde.

Auf medizinischer Seite war sie eine enge Kollegin von Rudolf Steiner und ihr Impuls für die Gründung der Anthroposophischen Medizin und ihre neuen Ideen für Behandlung und Praxis waren für die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens unverzichtbar.

Ein Pionierleben

Ita Wegman (22. Februar 1876 - 4. März 1943) wurde in West Java, dem heutigen Indonesien, als älteste Tochter einer holländischen Kolonialfamilie geboren. Ende des 19. Jahrhunderts kam sie nach Europa und studierte Heilgymnastik und Massage.

1902 lernte sie mit 26 Jahren Rudolf Steiner kennen und begann fünf Jahre später ein Medizinstudium an der Universität Zürich. 1911 erhielt sie ein Diplom als Ärztin mit Spezialisierung in der Frauenmedizin und trat einer bestehenden Praxis bei.

1917 entwickelte sie eine Krebstherapie mit einem Extrakt aus der Mistel gemäß einer Indikation von Steiner. Dieses erste Heilmittel ist in Deutschland und einigen anderen Ländern zu einem zugelassenen Krebstherapeutikum geworden.

Gründung einer Klinik und eines therapeutischen Heims, die auch heute noch bestehen

1920 kaufte sie ein Grundstück in Arlesheim und eröffnete im nächsten Jahr ihre eigene Klinik: das Klinisch-Therapeutische Institut. Dem Institut, das in den nächsten Jahren als erstes Zentrum für Anthroposophische Medizin stetig gewachsen ist, schlossen sich weitere Ärzte an.

Anschließend gründete sie in Arlesheim ein therapeutisches Heim für geistig behinderte Kinder: das Haus Sonnenhof. Etwa zur gleichen Zeit gründete sie zusammen mit Rudolf Steiner und Oskar Schmiedel die Grundlagen der Anthroposophischen Medizin und die Firma Weleda.

Um 1923 bat Rudolf Steiner Wegman, dem Vorstand der neu reformierten Anthroposophischen Gesellschaft am Goetheanum in Dornach beizutreten. Außerdem wurde sie Leiterin der medizinischen Abteilung des Forschungszentrums am Goetheanum.