Babywelt

Beikosteinführung im Babyalter

Ungefähr in der Mitte des ersten Lebensjahres Ihres Babys wird das Thema Beikost auf Sie zukommen. Genau wie bei allen anderen Entwicklungsschritten ist es wichtig, nicht zu vergessen, dass Ihr Baby ein Individuum ist. Es wird sich in seinem ganz eigenen Tempo entwickeln und so verläuft auch das Essenlernen bei jedem Baby anders.

Wann ist mein Baby reif für Beikost?

Erst wenn Ihr Baby eine sichere Kopfkontrolle hat, ist es bereit für die Beikosteinführung. Mit rund einem halben Jahr können sich die meisten Babys vom Rücken auf den Bauch drehen. Zeitgleich reift die Zungenmotorik, weshalb das Drehen mit zu den Beikostreifezeichen gehört. Ihr Baby kann gezielt nach einem Gegenstand greifen und ihn zu seinem Mund führen. Außerdem kann es mit wenig Unterstützung im unteren Rücken auf Ihrem Schoß sitzen. In einen Hochstuhl sollte ein Baby erst gesetzt werden, wenn es sich selbständig in eine sitzende Position bringen kann.

Auf alle Fälle sollte der Zungenstoßreflex deutlich abgeschwächt sein. Dieser Reflex schützt Säuglinge vor Fremdkörpern und auch vor Nahrung, die sein Körper noch nicht vertragen würde. Beim Stillen und beim Saugen an der Flasche wird dieser Schutzreflex durch den Saugreflex auf natürliche Art ausgeschaltet. Würde man aber zu früh mit der Beikost beginnen, schiebt Ihr Baby den Löffel mit Nahrung einfach wieder mit der Zunge aus dem Mund heraus.

Neben diesen körperlichen Voraussetzungen sollte auch das Interesse an neuen Herausforderungen vorhanden sein. Lassen Sie Ihr Baby bei Ihren Mahlzeiten mit am Familientisch dabei sein. So werden Sie nicht den Zeitpunkt verpassen, wenn Ihr Kind auch auf Ihr Essen neugierig wird.

Wie und womit beginnt die Beikosteinführung?

Bieten Sie Ihrem Kind am besten einfach bei Ihren Mahlzeiten etwas Beikost an. Besonders gut für die Beikosteinführung neben den Milchmahlzeiten eigenen sich:

  • Gut gedünstete Gemüsesorten oder weich gekochte Kartoffeln
  • Verzichten Sie möglichst auf Produkte mit starkem Salz- oder Zuckergehalt
  • Beikost kann in kleine Stücke oder auch als Breiform mit dem Löffel gegeben werden
  • Mit einem breit gefächerten, frischen und gesunden Angebot fördern Sie die Neugier

Das Ziel der Beikost ist übrigens nicht, dass Ihr Baby zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Menge Brei essen muss. Es soll in seinem Tempo nach und nach das Essen am Familientisch kennenlernen und mitessen. Genau wie Sie selbst auch, wird Ihr Kind auch später noch mal mehr und mal weniger essen. Gerade die ersten Beikostversuche sind lediglich dazu da, dass Ihr Baby die Gelegenheit hat, etwas Neues kennenzulernen und zu probieren.

Mit allen Sinnen essen

Haben Sie Geduld. Ihr Baby möchte das Essen ansehen, riechen, schmecken, aber auch im wortwörtlichen Sinne begreifen. Das heißt, dass das Greifen, Tasten, Drücken und Schmieren mit dazu gehört. Geben Sie Ihrem Baby die Gelegenheit dazu, in dem Sie für einen einfach zu reinigenden Essplatz sorgen, so dass Sie die Essversuche Ihres Babys nicht aus Sauberkeitsgründen untersagen. Stress oder Druck gehören ohnehin nicht an den Esstisch. Vermitteln Sie Ihrem Baby die Freude am Essen, in dem Sie für eine schöne und entspannte Atmosphäre am Esstisch sorgen.

Welche Bedeutung hat die Muttermilch nach der Beikosteinführung?

Gerade bei den ersten Beikostversuchen ist es wichtig, dass Ihr Kind nicht hungrig ist. Stillen Sie oder füttern Sie es mit der Pre-Nahrung also weiterhin, wie es dies bisher gewohnt war. Dennoch hat es ja noch gar nicht die Erfahrung gemacht, dass diese neue Form der Nahrung sättigen kann. Es dauert eine Weile, bis Ihr Baby so viel Beikost zu sich nimmt, dass es weniger gestillt oder Pre-Nahrung haben möchte. Stillen oder füttern Sie also auch weiterhin nach Bedarf, damit Ihr Baby genügend Energie bekommt. Wenn Sie Pre-Nahrung füttern, müssen Sie nicht auf Folgenahrungen umsteigen, sondern können bei der Anfangsnahrung bleiben, da diese am optimalsten auf die Bedürfnisse ihres Babys abgestimmt ist.

Jedes Baby hat sein eigenes Tempo. Nicht alle Babys sind zur gleichen Zeit für die Beikosteinführung bereit. Gehen Sie den Prozess der Beikosteinführung langsam an und wecken Sie die Neugier Ihres Babys auf festere Formen der Nahrung.
Anja Constanze Gaca

Wie lange kann ich mein Baby stillen?

Beikosteinführung und Stillen schließen sich nicht aus. Im Gegenteil, Sie können solange weiterstillen, wie Sie und das Baby das möchten. Das Stillen im zweiten Lebenshalbjahr gibt Ihrem Baby nicht nur weiterhin alle nötigen Nährstoffe, sondern unterstützt auch sein Immunsystem. Die Stillzeit ist also mit dem Beginn der Beikost noch lange nicht vorbei. Im ersten Lebensjahr bleibt die Muttermilch zunächst auch weiterhin das Hauptnahrungsmittel für Ihr Kind. Gerne können Sie sich zum Thema Beikost, Stillen und Füttern auch von Ihrer Hebamme beraten lassen.

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Anja Constance Gaca

Freiberufliche Hebamme

Sie ist Mutter von vier Kindern und schreibt als Autorin und Bloggerin gemeinsam mit ihrem Mann auf von guten Eltern. Anja ist spezialisiert auf die Themen Wochenbett, Beikosteinführung und gibt Tipps für eine glückliche Paarbeziehung als Eltern.