Schwangere sind oft beunruhigt, wenn ihnen beim Aufstehen plötzlich schwindelig wird. Schwindelgefühl in der Schwangerschaft ist meist kein Grund zur Sorge, weil sich das Herz-Kreislauf-System der erhöhten Blutmenge anpassen muss. Erfahre hier, was die Ursachen sind und was dir gegen den Schwindel helfen kann.
Warum treten während der Schwangerschaft Kreislaufprobleme auf?
Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft treten häufiger auf und sind meist normal. Viele Schwangere erleben sie besonders im ersten und zweiten Trimester, da sich der Körper an die neuen Bedingungen noch anpassen muss. In den meisten Fällen sind diese Beschwerden harmlos und können auf das erhöhte Blutvolumen und/ oder hormonelle Veränderungen zurückgeführt werden.
Die häufigsten Ursachen für Schwindel in der Schwangerschaft sind:
-
Niedriger Blutdruck: Der Körper produziert während einer Schwangerschaft bis zu 50% mehr Blut. Gleichzeitig weiten sich durch den Einfluss des Hormons Progesteron die Blutgefäße, wodurch der Blutdruck sinken kann.
-
Blutzuckerschwankungen: Haben Schwangere längere Zeit nichts gegessen, kann der Blutzucker abfallen und Schwindel verursachen.
-
Verminderte Flüssigkeitszufuhr: ist der Körper mit zu wenig Flüssigkeit versorgt, kann sich das durch Schwindel bemerkbar machen.
-
Schnelles Aufstehen: Durch die erhöhte Blutmenge bei gleichzeitig niedrigerem Blutdruck, dauert es länger, bis sich das Blut im Körper verteilt hat. Deshalb kann zu schnelles Aufstehen Schwindel verursachen.
-
Überhitzung: Eine zu warme Umgebung oder zu warme Kleidung können den Kreislauf zusätzlich belasten.
-
Vena Cava Kompressionssyndrom: Ungefähr ab der 20. Schwangerschaftswoche kann die Gebärmutter in Rückenlage so viel Druck auf die untere Hohlvene (Vena Cava) ausüben, dass die Blutzufuhr zum Herz gesenkt wird. Das in der Folge sinkende Herzminutenvolumen führt zu einem Blutdruckabfall, der wiederum vorübergehenden Schwindel, Übelkeit, Unruhe und Blässe auslösen kann.
-
Eisenmangel: Auch ein niedriger Eisenwert im Blut kann Schwindel verursachen, da die Sauerstoffaufnahme erschwert ist.
-
Präeklampsie: Schwindel kann als Begleitsymptom einer Präeklampsie auftreten. Diese hypertensive Schwangerschaftserkrankung tritt eher ab der 20.SSW und später auf und bedarf einer ärztlichen Abklärung.
„Kleine, regelmäßige Mahlzeiten helfen, den Blutzucker stabil zu halten.”
Was hilft gegen Kreislaufprobleme?
Als Sofortmaßnahme kannst du dich am besten hinsetzen und die Beine hochlegen, egal ob im Liegen oder im Sitzen. Achte darauf, langsam aufzustehen. Auch Schlafen in Rückenlage kann zu Schwindel oder Übelkeit führen, wenn das Baby im Bauch auf die große Hohlvene drückt und so die Blutzufuhr zu deinem Herz beeinträchtigt ist. Die meisten Schwangeren bevorzugen daher intuitiv die Seitenlage beim Schlafen, eventuell mit einem Kissen zwischen den Beinen. Achte gut darauf, dass du bequem liegst.
Was noch helfen kann:
-
Ausreichend trinken: Schwangere sollten darauf achten, genug Wasser zu trinken.
-
Regelmäßig essen: Kleine, regelmäßige Mahlzeiten helfen, den Blutzucker stabil zu halten.
-
Frische Luft: Regelmäßiges Lüften und das Vermeiden von überhitzten Räumen sind hilfreich.
-
Bewegung: Ein Spaziergang kann den Kreislauf unterstützen.
-
Hämoglobinwert: Eine regelmäßige Überprüfung des Bluteisenwertes im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen, um einen Mangel zu erkennen.
-
Wechselduschen: Milde Wechselduschen können die Mikrozirkulation in den Beinen anregen.
-
Stützstrümpfe: Um die Zirkulation in den Beinen zu unterstützen, können Stützstrümpfe hilfreich sein. Frage dazu deine Hebamme, die Gynäkologin oder den Gynäkologen.
Tipp:
Ein Stillkissen eignet sich gut als Stütze für den Bauch und als Polster zwischen den Beinen.
Sind Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft gefährlich?
In den meisten Fällen ist Schwindel in der Schwangerschaft kein Grund zur Sorge. Falls das Symptom aber häufig auftritt, du unsicher bist und dir Sorgen machst, wende dich an eine Fachperson. Ist der Blutdruck konstant niedrig, sollten betroffene Schwangere den Rat einer Ärztin, eines Arztes oder einer Hebamme einholen, um sicherzustellen, dass die Blutversorgung der Plazenta gewährleistet ist.


